Wasser-Wissen


Teichbehandlung

(pond treatment) Im Gegensatz zu den Belebungs- und Tropfkörperverfahren, bei denen die biologischen Selbstreinigungsprozesse auf kleinem Raum kontrolliert und durch technische Beeinflussung intensiviert werden, laufen in den großvolumigen Teichen die natürlichen Selbstreinigungsprozesse zwar kontrolliert aber im wesentlichen technisch unbeeinflusst ab. Lediglich der Sauerstoffeintrag und die Wasserumwälzung wird in manchen Fällen durch technische Maßnahmen beeinflusst.

Folgende Teichverfahren sind bekannt:

  • Absetzteiche
  • unbelüftete Abwasserteiche
  • belüftete Abwasserteiche
  • Schönungsteiche

Stabilisierungsteiche stellen die preiswerteste Methode zum biologischen Abbau organischer Bestandteile im Abwasser dar, vorausgesetzt, dass preiswerte Flächen in der Nähe des Abwasseranfallortes zur Verfügung stehen. Obwohl der Betrieb dieser Teiche einfach ist, sind bei kaum einem anderen bekannten ingenieurmäßigen biologischen Abbauverfahren die biologischen und chemischen Vorgänge so komplex. Es ist das einzige Verfahren, bei dem aerober sowie anaerober Stoffwechsel zusätzlich zur Photosynthese und Sedimentation stattfindet. Dabei finden die vier Hauptprozesse gleichzeitig statt, aber in verschiedenen Zonen des Teiches.

Eine unzureichende Belüftung kann zu unkontrollierten Faulungsprozessen innerhalb der Teiche führen, welche mit erheblichen Geruchsemissionen verbunden wären. Sauerstoff kann entweder durch künstliche Belüftungsgeräte oder aber auf natürliche Weise, wie beispielsweise durch die Errichtung von Steintreppen im Teich erzeugt bzw. zugeführt werden.

Nachteile dieses Verfahrens stellen die vergleichsweise geringe CSB-Reduktion sowie der recht hohe Platzbedarf dar, als positiv sind dagegen die sehr geringen Betriebskosten zu bewerten.