Pseudomonaden

(pseudomonades) Gramnegative polar begeißelte, also bewegliche Mikroorganismen mit der Form von Stäbchen. Sie sind strikt aerob. Bei pH-Werten bis 5,0 und Temperaturen zwischen 0°C und 43°C sind sie in der Lage, sich zu vermehren. Temperaturen über 60°C wirken letal. Pseudomonaden treten in nahezu jedem feuchten Milieu auf, insbesondere bei der biologischen Abwasserreinigung. Sie überleben auch im Meerwasser, wenn der Salzgehalt 3,5% nicht übersteigt. Einige Spezies bilden hydrophile Farbstoffe.

Ihr Stoffwechsel ist protolytisch und lipolytisch. Einige Spezies sind in der Lage, Nitrat zu reduzieren.

Pseudomonaden sind in der Lebensmittelwirtschaft unerwünscht und dort als Fäulnis- und Kühlhausflora bekannt, insbes. Ps. fluorescens und Ps. putida. Sie sind Verursacher von Wundinfektionen und Außenohrenentzündungen.

In aeroben Abwasserreinigungsanlagen treten Pseudomonaden vermehrt auf und sind am erwünschten Abbauprozess von Schadstoffen beteiligt. Sie sind nichtfäkalen Ursprungs.

Unter sauerstofflimitierenden Bedingungen ist bei Pseudomonaden eine Anhäufung von Fettsäuren unterschiedlicher Kettenlänge beobachtet worden. Eine Ausscheidung dieser kurzkettigen Fettsäuren ist als Vorläufer für Acetat, das Substrat methanogener Organismen, und somit für den Abbau von ten und Ölen sehr wichtig. 

Einige Stämme gelten als  Antibiotika-resistent.

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