Wasser-Wissen



Nachklärbecken

(final clarifier, final sedimentation tank) Becken in einer Abwasserreinigungsanlage, welches zumeist hinter einer biologischen Stufe (z.B. Belebungsbecken) angeordnet ist, bei dem durch Verlangsamung der Fließgeschwindigkeit eine Sedimentation der absetzbaren Stoffe erfolgt. In biologischen Kläranlage wird im Nachklärbecken der Belebtschlamm vom gereinigten Wasser getrennt und größtenteils in die biologische Stufe zurück geführt. Der nicht in das Belebungsbecken zurückgepumpte Schlamm (Sekundärschlamm) wird wie der Primärschlamm der Schlammbehandlung zugeführt.

Spezielle Formen von Nachklärbecken bzw. Modifikationen für spezielle Anwendungsfälle sind z.B. Lamellenabscheider.

Nachklärbecken werden bei Kleinkläranlagen meist als Trichterbecken ausgeführt. Bei Kleinkläranlagen wird das Nachklärbecken häufig mit dem biologischen Reaktor zu einem gemeinsamen Bauwerk zusammengefasst. 

Der Einsatzbereich des Nachklärbeckens ist weder nach oben, noch nach unten begrenzt.

Der Grenzwert von 0,3 ml/l an Feststoffen im Ablauf des Nachklärbeckens wird vom Institut für Bautechnik Berlin zur Erteilung eines Prüfzeichens u.a. gefordert. Dieser Wert muss als qualifizierte Stichprobe und vier von fünf Regel eingehalten werden. Eine bestimmte Wirkung (Abscheidegrad der Biomasse) des Nachklärbeckens ist außerdem indirekt vorgeschrieben, da im Ablauf der Anlage BSB5 < 40 mg/l und CSB < 150 mg/l nicht überschritten werden dürfen. Die genannten Grenzwerte sind unter normalen Betriebsverhältnissen einhaltbar; starke hydraulische Überlastungen und dadurch zu geringe hydraulische Verweilzeiten können jedoch durch Schlammaustrag zu Überschreitungen führen.

Im Nachklärbecken selbst werden keine Reststoffe produziert, sondern nur die aus der vorgeschalteten biologischen Stufe zugeführte Biomasse vom gereinigten Wasser abgetrennt. Bei vorgeschalteten Festbettreaktoren wird die abgeschiedene Biomasse in der Regel zu Gänze in den der Vorreinigung dienenden Bauteil eingebracht. Bei Belebungsbecken wird der Schlamm zum überwiegenden Teil in das Belebungsbecken rückgeführt (Rücklaufschlamm) und nur der laufende Schlammzuwachs (Überschussschlamm) mit unterschiedlichen Methoden aus dem Schlammkreislauf entnommen und in das der Vorreinigung dienende Bauteil bzw. gegebenenfalls in einen Schlammspeicher (z.B. Faulturm) eingebracht.


Nachklärbecken in Rundbauweise, Quelle: Zweckverband Würmtal


Nachklärbecken in Längsbauweise mit Bodenräumern im entleerten Zustand, Quelle: ETH Zürich

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