Wasser-Wissen



Brom

(bromine) (griech. bromos = Gestank)

Stoffsystem

Brom ist das einzige bei Raumtemperatur flüssige Nichtmetall, eine schwere, dunkelbraune Flüssigkeit die an Luft braune, stechende und giftige Dämpfe abgibt. Die Dämpfe sind schwerer als Luft.

Physikalische und chemische Eigenschaften

Aussehen  dunkelbraun Schmelzpunkt -7,2 °C
Geruch beißend Siedepunkt 58,78°C
Molmasse  79,904g/mol Dichte  (20 ° C) 3,12
Zustand bei 20 ° C flüssig Löslichkeit in Wasser (20 ° C, 1bar) wenig löslich

Für weitere Stoffdaten siehe auch Übersicht der Elemente.

Herstellung und Anwendung

Brom wird i.d.R. aus den Rohstoffen zusammen mit Chlor freigesetzt und mit Heißdampf ausgetrieben.

Die Halogene Brom und Jod fanden als Desinfektionsmittel für Wasser im westeuropäischen Raum, im Gegensatz zu den osteuropäischen Staaten und den USA keine breitere Anwendung. Darüber hinaus  wird es für photographische Chemikalien, Bleichmittel, Medikamente, Kontrastmittel und Flammenschutzmittel für Kunststoffe eingesetzt.

Umwelteinfluss und Gesundheit

Bromdämpfe sind giftig und stark ätzend. Der MAK-Wert ist auf 0,7 mg/m3 Luft festgelegt. Flüssiges Brom hinterlässt auf der Haut schmerzhafte tiefe Wunden.
In Form seiner Verbindungen ist Brom ein Sedativum, dass die Empfindlichkeit herabsetzt.

Abwasserreinigung

Brom ist wassergefährdend (WGK 2). Wegen der starken Ätzwirkung ist eine Entsorgung selbst von Kleinstmengen über Abwasser nicht zulässig.

Aufgrund des hohen Preises ist Brom ein Wertstoff, dessen Rückgewinnung gegenüber einer Entsorgung bevorzugt werden sollte. Bromide sind, sofern das Kation nicht toxisch ist, schwach wassergefährdend (WGK 1).

Brom, Jod und anorganische Peroxide werden teilweise mit Natriumthiosulfatlösung zu Folgeprodukten mit geringem Gefährdungspotential reduziert, die anschließend unter Beachtung der Entwässerungssatzung dem Abwasser beigefügt werden.

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