Bleichmittel

(bleaching agent) Bleichmittel sind Waschmittelzusatzstoffe. Verschmutzungen, die durch die Tenside nicht ausgewaschen werden können, werden mit einem Bleichmittel durch chemische Oxidation entfernt wodurch die früher übliche Rasen- bzw. Sonnenbleiche abgelöst wurde. Es handelt sich hierbei um einen farbzerstörenden Prozess durch aktiven Sauerstoff, der aus sauerstoffhaltigen chemischen Verbindungen freigegeben wird.

I.d.R. wird in Waschmitteln Natriumperborat verwendet. Nach der Freisetzung des Sauerstoffs verbleibt Borat in der Waschlauge, der die Kläranlagen zumeist unverändert passiert und in die Gewässer gelangt. Die bislang gemessenen Konzentrationen scheinen relativ gering zu sein. Die ökologischen Auswirkungen von Bor sind noch nicht hinreichend untersucht. Der Einsatz in den letzen ca. 80 Jahren wird einerseits als frei von negativen Folgen bewertet, andererseits wird zunehmend auf die ungünstige Wirkung auch geringer Konzentrationen des Borat-Ions auf Flora und Fauna der Gewässer hingewiesen. Bei der Vergabe des EG-Umweltzeichens für Waschmittel wird Natriumperborat aufgrund seiner Toxizität und seines anorganischen Charakters negativ beurteilt.

Ein weiterer Nachteil des Natriumperborats besteht in seiner Instabilität, der durch das ebenfalls wegen seiner schlechten Abbaubarkeit umstrittene EDTA entgegengewirkt wird. Der Einsatz dieser bleichstabilisierenden Komponenten (auch gebräuchlich sind Phosphonate) gilt als rückläufig; an Alternativen wird derzeit geforscht. EDTA wird in Deutschland in keinem Haushaltswaschmittel mehr eingesetzt.

Natriumperborat allein wirkt erst ab ca. 70°C, so dass die Bleichwirkung bei niedrigeren Temperaturen nur unter Zusatz von sogenannten Bleichaktivatoren erzielt werden kann. Zur Zeit ist vor allem TAED im Einsatz. Aufgrund der guten Abbaubarkeit und der Nichttoxizität wird TAED als unbedenklich eingestuft.

Eine Alternative zu Natriumperborat steht auch mit Natriumpercarbonat zur Verfügung. Wegen der fehlenden Boratbelastung und seiner Wirksamkeit auch ohne Aktivator gilt es als umweltfreundlicher. Auch Natriumpercarbonat muss als Komponente eines Waschpulvers stabilisiert werden, hierzu wird aber entweder das unbedenkliche Magnesiumsilikat eingesetzt oder der Bleichzusatz wird, bei den sogenannten Baukastensystemen, separat angeboten, womit das Problem der Lagerstabilität entfällt.

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