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Belebtschlammverfahren

(activated sludge process, activated sludge treatment) Verfahren, bei dem durch ausgiebige Durchmischung und Belüftung in einem mit Abwasser gefüllten Becken sich durch den Stoffwechsel der Mikroorganismen Belebtschlammflocken bilden, in denen die biologische Selbstreinigung stattfindet. Die Flocken, bzw. der Belebtschlamm, werden zumeist in einem nachgeschalteten Absetzbecken vom gereinigten Wasser durch Sedimentation getrennt. Das Belebtschlammverfahren gilt als das meist verbreitete Verfahren der biologischen Abwasserreinigung

Das Belebtschlammverfahren ist ein Verfahren der biologischen Abwasserreinigung, bei der eine organische Belastung in gelöster Form im Abwasser, durch aerobe Mikroorganismen abgebaut werden. Dazu ist eine ausgiebige Belüftung erforderlich. Die Kleinlebewesen und die von ihnen aus den Schadstoffen produzierte Biomasse bilden einen zumeist grau-braunen Klärschlamm. Schwarzfärbungen deuten auf den Prozess negativ beeinträchtigende Oxidationsvorgänge des Schlamms und der Bildung dead end-Produkten hin. Das Belebtschlammverfahren wird vorwiegend bei kommunalem Abwasser angewendet, teilweise auch bei Industrieabwässern.


Konventionelles Belebtschlammverfahren (Quelle: mikroskopie.de)

Das Belebtschlammverfahren wird zumeist in einem Belebungsbecken realisiert. Die erforderliche Belüftung erfolgt u.a. durch Belüftungskreisel, Bürstenwalzen oder durch ein Gebläse und andere Belüftungseinrichtungen wie z.B. Membranbelüfter.

Das biologisch gereinigte Wasser fließt i.d.R. in ein Nachklärbecken, das als Bestandteil des Verfahrens gilt, in dem der Belebtschlamm sedimentiert und das gereinigte Abwasser über eine Überfallkante in der Ablaufstelle zum Vorfluter geleitet wird. Beim Belebtschlammverfahren wird der abgesetzte Schlamm größtenteils als Rücklaufschlamm ins Belüftungsbecken zurückgeführt und dort wiederverwendet; der durch Wachstum der Mikroorganismen überschüssige Teil, der Überschussschlamm, wird als Frischschlamm der Schlammbehandlung zugeführt.

Das Abwasser verbleibt je nach Verfahren zwischen 4 bis 12 Stunden in der biologischen Klärstufe und die Reinigungsleistung beträgt bis zu 95% bezogen auf den Abbau gemessen am BSB5.

Ein kombiniertes Verfahren in diesem Bereich ist die Kombination von Belebungsverfahren mit festen oder beweglichen Aufwuchsträgern. Ziel dieser Verfahren ist, im gleichen Raum zusätzlich zur suspendierten Biomasse immobilisierte Biomasse zu halten und dadurch die Gesamtbiomasse zu erhöhen.

Das Belebtschlammverfahren kann auch Produktionsintegriert und kompakt gestaltet werden, wenn das Belebungsbecken durch eine Hochleistungsbiologie ersetzt wird. Das Nachklärbecken kann je nach Anforderung durch ein Membranverfahren ersetzt bzw. ergänzt werden.

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