Abwasservolumenstrom, Q

(waste water volume flow) Menge (bzw. Volumen) an Abwasser, die pro Zeiteinheit durch einen Querschnitt strömt. Zur Dimensionierung der Abwasserkanalisation und von Kläranlagen muss sowohl die Menge, als auch der zeitliche Verlauf des Abwasseranfalls als Planungsgrundlage bekannt sein. Benötigt werden quantitative Angaben über den Abwasservolumenstrom  sowie dessen zeitliche Veränderung. In der Praxis bezeichnet man die Größe "Abwasservolumenstrom" oft verkürzt mit "Abwassermenge" (Q).

Wichtige Komponenten des gesamten Abwasservolumenstroms sind

  • Schmutzwasser aus Haushalten (häusliches Schmutzwasser, Qh),
  • Schmutzwasser aus Gewerbebetrieben wie Metzger, Friseur, Kantinen etc. (gewerbliches Schmutzwasser, Qg),
  • Schmutzwasser aus Industriebetrieben wie Raffinerien, Papierfabriken etc. (industrielles Schmutzwasser, Qi),
  • Fremdwasser, das in die Kanalisation gezielt (Wasserhaltung bei Baumaßnahmen) oder unbeabsichtigt (undichte Kanäle) einfließt,
  • Niederschlagswasser von Dächern, Straßen und befestigten Flächen, falls dieses nicht getrennt abgeleitet wird.

Der zeitliche Anfall dieser verschiedenen Arten von Abwasser hängt von vielen Faktoren ab. Es kommt zu tages-, wochen- und saisontypischen Schwankungen. Frequenz und Amplitude der Schwankungen hängen von den Ereignissen im Einzugsgebiet des Kanalisationssystems ab, insbesondere von den Aktivitäten der Bevölkerung (Arbeiten, Schlafen), den Produktionsmustern in den Gewerbe- und Industriebetrieben sowie von der Intensität und Dauer der Niederschläge.

Für die verschiedenen Bemessungsaufgaben bei der Kanalisations- und Kläranlagenplanung sind unterschiedlich definierte Volumenströme maßgebend. Bei der Bemessung von Abwasserspeicheranlagen sind beispielsweise die pro Tag anfallenden Volumenströme maßgebend. Um Kanalleitungen bemessen zu können, werden Werte benötigt, die den Spitzenabfluss kennzeichnen. Als Bezugszeitraum sind dann eher Minuten oder Sekunden zu wählen.

ww